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Aus der Dunkelheit des 20. Jahrhunderts – Die Geschichte der Shoah in Italien, erzählt durch Tagebücher und Memoiren

locandina tedesco

Aus der Dunkelheit des 20. Jahrhunderts – Die Geschichte der Shoah in Italien, erzählt durch Tagebücher und Memoiren

Donnerstag, 9. Juli 2026, 16.00 Uhr

Haus der Vielfalt bei der VHS
Am Nordbahnhof 1A, 38106 Braunschweig

Beiträge von Serena Di Nepi, Umberto Gentiloni Silveri, Stefano Palermo, Giuseppe Veltri

Eine Kooperation von: DIKG Braunschweig, Generalkonsulat der Italienischen Republik Hannover, Sapienza Università di Roma, Universität Hamburg, AlicUbi

Das italienische Nationale Tagebucharchiv (Archivio Diaristico Nazionale) in Pieve di Santo Stefano bewahrt seit 1984 Tausende von insgesamt über 10.000 Schriftstücken auf. In diesem außergewöhnlichen Dokumentenbestand haben Umberto Gentiloni und Stefano Palermo im Rahmen einer langwierigen und sorgfältigen Recherche als Erste über siebzig Zeugnisse – darunter Tagebücher und Memoiren – von italienischen Juden ausfindig gemacht, die die Jahre der Verfolgung erlebt hatten und sich zu unterschiedlichen Zeiten und auf unterschiedliche Weise entschlossen hatten, diese zu dokumentieren. Die Analyse dieser Quellen veranlasste die beiden Wissenschaftler, neununddreißig Memoiren auszuwählen und auf dieser außergewöhnlichen Grundlage die Geschichte der Shoah in Italien anhand eines Chors individueller Stimmen in dem Band Dal buio del Novecento. Diari e memorie di ebrei italiani di fronte alla Shoah (Bologna: Il Mulino, 2024) nachzuzeichnen. Diese Rekonstruktion verknüpft individuelle und familiäre Geschichten mit dem Verlauf der Ereignisse in Italien und Europa und vermittelt ein Gespür für den historischen Bruch, der durch die Rassengesetze von 1938, den Krieg und die italienische Shoah verursacht wurde.

Ausgehend von diesem Band wird Serena Di Nepi die Schwerpunkte dieser Forschungsarbeit und ihre Bedeutung für die Geschichte der Juden in Italien vorstellen; Umberto Gentiloni wird über die Geschichte der Shoah in Italien und die untrennbare Verflechtung zwischen der Neudefinition dieser Erinnerung und dem Aufbau der neuen republikanischen Demokratie in der Nachkriegszeit reflektieren; Stefano Palermo wird auf die methodischen und theoretischen Kernpunkte dieser Arbeit im nationalen und internationalen Diskurs eingehen. Giuseppe Veltri wird die Veranstaltung abschließen und die Bedeutung der akademischen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Italien und Deutschland zu diesen Themen erörtern.

Serena Di Nepi lehrt Neuere Geschichte an der Sapienza-Universität in Rom. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte religiöser Minderheiten in Italien, wobei sie sich insbesondere mit der jüdischen Gemeinschaft und der Geschichte der Sklaverei im Mittelmeerraum befasst.

 Umberto Gentiloni lehrt Zeitgeschichte an der Sapienza-Universität in Rom. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, des Kalten Krieges, der Republik Italien, der Beziehungen zwischen Italien und den Vereinigten Staaten sowie der Erinnerungspolitik.

 Stefano Palermo lehrt Wirtschaftsgeschichte an der Sapienza-Universität in Rom. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Entwicklungsgeschichte des heutigen Italiens, wobei er sich insbesondere mit regionalen Ungleichgewichten und Modellen staatlicher Maßnahmen zur Überwindung des Nord-Süd-Gefälles, mit der territorialen Entwicklung sowie mit der Rolle der Institutionen im neuen internationalen Wettbewerb befasst.

 Giuseppe Veltri lehrt jüdische Philosophie und Religion an der Universität Hamburg, wo er das Maimonides Centre for Advanced Studies leitet, das sich der Erforschung des jüdischen Skeptizismus widmet. Seine Forschung bewegt sich an der Schnittstelle zwischen jüdischer Philosophie, hellenistischer Erkenntnistheorie und Geistesgeschichte und verfolgt die Denkwege durch die griechische, jüdische, islamische und christlich-lateinische Tradition. Im Juni 2023 verlieh ihm die italienische Regierung für seine Studien zur Toleranz den Orden „Stella d’Italia“.